SCHAUSPIEL KÖLN

Foto: Thomas Schermer

NEW OCEAN SEA CYCLE

KOLUMBA ED.S 1-14 BAFFIN – ST. LAWRENCE

In Kooperation mit dem Kolumba Museum und Tanz Köln zeigt Richard Siegal / Ballet of Difference das Erfolgsstück erstmals als Durational Performance. Anfangs- und Endzeit werden definiert durch die 23 Stunden und 56 Minuten, die das Museum braucht, um sich einmal um die Erdachse zu drehen (ein Sterntag) und die 24 Stunden und 48 Minuten, die der Mond braucht, um einmal um die Erde zu kreisen (ein Mondtag). Diese Veranstaltung ist nicht nur die Eröffnung der 3. Spielzeit der Kölner Kompanie, sondern auch die Finissage der Ausstellung DAS KLEINE SPIEL ZWISCHEN DEM ICH UND DEM MIR. In der visionären Architektur Peter Zumthors entsteht ein Dialog zwischen Bewegung, Klang und Licht.

TERMINE
Samstag, 28 August 2021, 9.48 Uhr bis – Sonntag, 29.08.2021, 10.31 Uhr

https://www.schauspiel.koeln/spielplan/spielplan/2021-08/new-ocean-sea-cycle-kolumba/427/

Foto: Thomas Schermer

MADE TWO WALKING / MADE ALL WALKING

Der Begriff des »Fremden« steht im Zentrum einer künstlerischen Auseinandersetzung, der sich Richard Siegal und seine in Köln beheimatete Kompanie Ballet of Difference in den kommenden zwei Spielzeiten unter dem Titel THE NEAR – FAR widmen. Richard Siegal nutzt dabei die Besonderheit der Zusammensetzung seiner divers aufgestellten Kompanie, um der Beschreibung dieses seltsamen Verhältnisses aus Nähe und Ferne gesellschaftlich und künstlerisch genauer auf den Grund zu gehen.

Den Anfang macht das Festival NORTH/ SOUTH, in dessen Rahmen Richard Siegals Weltpremiere von MADE TWO WALKING/MADE ALL WALKING stattfinden wird. Dabei bewegen sich die Tänzer*innen des Ballet of Difference nicht nur zur Musik des in Augsburg beheimateten Percussionisten Njamy Sitson, dessen ethnische Wurzeln in Kamerun liegen. Die 14 Tänzer*innen produzieren auch selbst Sounds mit ihren Körpern. Die unterschiedlichen Drum Patterns unterschiedlicher Körper überlagern sich und bilden neue, komplexere Rhythmen und reflektieren auf diese Weise eine afrikanische Tradition von Polyrhythmik.

Im Rahmen des Festivals wird u. a. die Arbeit LOGOBI von Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen gezeigt, in der Richard Siegal selbst gemeinsam mit dem ivorischen Tänzer Franck Edmond Yao (aka Gadoukou la Star) als Performer auftritt. Neben international besetzten Talks und Lectures wird auch die Kölner Premiere des Dokumentarfilms DRAW A LINE stattfinden, der die Entstehungsgeschichte der Kompanie Ballet of Difference porträtiert.

CHOREOGRAFIE: RICHARD SIEGAL
BÜHNE: NADJA SOFIE ELLER
LICHT & VIDEO: MATTHIAS SINGER
KOSTÜME: FLORA MIRANDA
MUSIK: NJAMY SITSON · LORENZO BIANCHI-HOESCH
 
TERMINE
10. Dezember 2021, Depot 2 – Uraufführung
 

Foto: Thomas Schermer

TRIPLE

ALL FOR ONE / METRIC DOZEN / MY GENERATION

Mit dem dreiteiligen Abend TRIPLE zieht Richard Siegal eine Verbindungslinie zwischen seinen internationalen Erfolgsballetten der letzten Jahre und einer jüngst entstandenen Arbeit mit dem Ballet of Difference in seiner neuen künstlerischen Heimat Köln.

Unter dem Titel ALL FOR ONE verbirgt sich die 20-minütige und auf Spitze getanzte Eingangssequenz von TWO FOR THE SHOW, die Richard Siegal im April 2021 zur Premiere gebracht hat. Auf dem opulent strahlenden Bühnenbild, das Siegal gemeinsam mit dem Lichtdesigner Matthias Singer entwickelte, und in den futuristischen Kostümen von Flora Miranda formuliert sich der ungebrochene Glaube an die Kraft der Kunst.

METRIC DOZEN, ursprünglich für das Ballet National de Marseille kreiert, gilt als Siegals vielleicht rasantestes Ballett: Atemlos, mit geradezu unmenschlichem Timing, wirbeln die Tänzer*innen durch das clubbige Dunkel der Bühne und geben den Blick frei in »die Zukunft des Tanzes« (Süddeutsche Zeitung).

Das Finale wird mit MY GENERATION, das der US-Choreograf 2015 für Cedar Lake/New York inszeniert hat, zu einer ausufernden Party in den knalligen Kos- tümen des Modeschöpfers Bernhard Wilhelm. Musikalisch als augenzwinkernde Kritik an der Pop-Industrie formuliert, lädt sich die Choreografie auf zu einer Art »blit- zenden Elektrizität« (New York Times) – »ein monströses High, von dem man hofft, dass es nie enden wird« (Huffington Post).

CHOREOGRAFIE: RICHARD SIEGAL
BÜHNE: RICHARD SIEGAL, MATTHIAS SINGER
KOSTÜME: FLORA MIRANDA, ALEXANDRA BERTAUT, BERNAHARD WILHELM
LICHT: MATTHIAS SINGER, GILLES GENTNER
MUSIK: MARKUS POPP, LORENZO BIANCHI HOESCH, ATOM™ (UWE SCHMIDT)
DRAMATURGIE: TOBIAS STAAB
 
TERMINE
11. Februar 2022, Depot 1 – Premiere
 

Foto: Thomas Schermer

BALLET OF OBEDIENCE

Die Geometrie menschlicher Körper und deren synchronisierte Bewegungen im Raum – so könnte man die alltägliche künstlerische Praxis der Kölner Kompanie Ballet of Difference beschreiben. Unter dem Titel BALLET OF OBEDIENCE widmet sich US-Choreograf Richard Siegal nun der Praxis des sogenannten »Shuudan Koudou«, auch bekannt als »Japanese Precision Walking«, die bereits für die Erfolgsproduktion UNITXT maßgebliche Inspiration war. Die Disziplin existiert in Japan seit 1966 als eine Art Sport, bei dem streng synchronisierte Bewegungsabläufe von Menschengruppen im Fokus stehen. Aus westlicher Sicht erinnert dieses synchrone Gehen an das gleichförmige Marschieren von militärischen Exerzierübungen, jedoch verbunden mit einer ästhetischen Virtuosität.

Siegal zieht in dieser Arbeit provokante Verbindungslinien zu den nicht minder präzisen, nach Synchronität strebenden tänzerischen Bewegungsabläufen eines klassischen Corps de ballet und fragt, in welcher Weise die einzelnen Performer*innen von einer derart relationalen Verbundenheit mit dem Ganzen auch profitieren können. Mit der eigens dafür komponierten Musik von Alva Noto entsteht ein abendfüllendes Ballett, das im Kontext des über mehrere Spielzeiten andauernden Programms THE NEAR – FAR stattfindet, in dessen Rahmen die international und interkulturell angelegte Kompanie Ballet of Difference den Kunst-Standpunkt Europa global neu verortet.

CHOREOGRAFIE: RICHARD SIEGAL
MUSIK: ALVO NOTO
LICHT UND VIDEO: MATTHIAS SINGER
DRAMATURGIE: TOBIAS STAAB
 
TERMINE
20. Mai 2022, Depot 1 – Uraufführung