DUISBURGER PHILHARMONIKER

LISTEN, LISTEN!

LIEDERTAFEL
Dichterlesung, Liederabend, Publikumsgespräch

Listen listen, hören Sie (!), nach Größen, Stückzahl, Gewicht. So wird im Ruhrorter Hafen den Dingen Beine gemacht, dass sie stramm stehen im Normcontainer, gleichgemacht einander, dass sie handelbar, tauschbar durchmarschieren ohne zu mucken. Jedoch: Dieses Mucken und Aus-der-Reihe-Tanzen der Dinge selbst gegen ihre Auflistung ist Thema der Lyrik – trotzdem und vielleicht gerade deshalb spielt in zeitgenössischer Dichtung die Liste als ordnungsstiftendes Verfahren eine immense Rolle. Und auch das Lied, die vertonte, versungene Form des Gedichtes bewegt sich, wo strenge Einordnung und expressiver Ausbruch miteinander ringen. Der Dichter Steffen Popp, zwei Sänger, Musiker der Duisburger Philharmoniker und lebendige Komponisten laden Sie ein zu einer Dichterlesung, einem Liederabend, einem Publikumsgespräch, ach, einfach einem dieser Kneipenabende, verträumt unter dem Hafenhimmel von Duisburg-Ruhrort. Prost!
 
Dieses Konzert, ursprünglich für den 30. April 2021 angekündigt, musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Abweichend von der Ankündigung im play! findet es im Opernfoyer des Theaters Duisburg statt.
 
STEFFEN POPP – Dichter
ULRICH KREPPEIN
HAUKE BERHEIDE
WEITERE KOMPONIST*INNEN
MUSIKER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
GÄSTE
 
TERMIN

So 29. August 2021, 20:00 Uhr, Theater Duisburg, Opernfoyer

https://www2.duisburg.de/theater/repertoire/2122/konzert/_Listen.php

1. PHILHARMONISCHES KONZERT - MISSA SOLEMNIS

Ludwig van Beethoven, Missa Solemnis D-Dur op. 123

“Der Tag, wo ein Hochamt von mir zu den Feyerlichkeiten Ihro Kaiserliche Hoheit soll aufgeführt werden, wird für mich der schönste meines Lebens seyn, u. Gott wird mich erleuchten, daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses Feyerlichen Tages beytragen.” So schrieb Ludwig van Beethoven zu Beginn des Jahres 1819 an den Erzherzog Rudolph von Österreich, seinen königlichen Freund, Schüler und Mäzen. Die beschriebene “Feyerlichkeit” war die Inthronisation des Erzherzogs als Bischof von Olmütz im Jahre 1820. Beethoven hatte ihm zu diesem Anlass die Komposition einer großen Messe versprochen.

Aber es sollte anders kommen. Eine prachtvolle Festmusik, konventionell in der Form, nicht allzu schwierig in der Ausführung und eingängig für den Hörer – so etwas war mit Beethoven nicht zu machen. Schon bald wurde ihm klar, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde, auch wenn er dem Erzherzog immer wieder Hoffnungen machte. Er vergrub sich tief in die Geschichte der Kirchenmusik, studierte die alten Meister, allen voran Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Zugleich ging er dem liturgischen Text auf den Grund, spiegelte ihn an seinen eigenen Weltanschauungen und den historischen Umwälzungen der Epoche.

Am Ende musste Rudolph mit einer Messe des Wiener Komponisten Johann Nepomuk Hummel Vorlieb nehmen. Dafür hielt er drei Jahre später als Widmungsträger ein Werk von universaler Größe und Bedeutung in Händen, ein Werk, das auch ein Gegenstück zur etwa zeitgleich entstandenen Sinfonie Nr. 9 darstellt. Wo die Sinfonie zur allgemeinen Verbrüderung aufruft, zeigt die Messe den suchenden, zweifelnden, um Halt ringenden Menschen inmitten einer bedrohten Welt. Das “Agnus Dei” wird zum leidenschaftlichen Friedensappell: “Bitte um inneren und äußeren Frieden” notierte der Komponist in der Partitur.

Mit den beiden Aufführungen der Missa Solemnis wollten die Duisburger Philharmoniker ursprünglich ihre Aktivitäten zum Beethoven-Jahr 2020 krönen. Auch das kam nun leider anders. Ganz so lange wie der Erzherzog muss das Duisburger Publikum aber nicht auf “seine” Missa Solemnis warten. Für den Nachhol­termin konnten wieder prominente Sängerpersönlichkeiten verpflichtet werden, die dem Duisburger Publikum aus früheren Begegnungen bestens bekannt sind – ebenso wie der Kölner Kantor und Dirigent Christoph Spering, der mit seinem Chorus Musicus Köln regelmäßig auf den wichtigsten Podien der historischen Aufführungspraxis gastiert.

Orchester Duisburger Philharmoniker
Dirigent CHRISTOPH SPERING
Sopran JULIA KLEITER
Alt INGEBORG DANZ
Tenor CHRISTOPH PRÉGARDIEN
Bass TAREQ NAZMI
CHORUS MUSICUS KÖLN

TERMINE
Mi 08. September 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

Mi 09. September 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Anja Renczikowski in der Philharmonie Mercatorhalle

ÖFFENTLICHE PROBE vor allen Philharmonischen Konzerten, Dienstags 12.00 – 12.30. Eintritt frei

https://www2.duisburg.de/theater/repertoire/2122/konzert/1_Philharmonisches_Konzert.php

PHANTASMAGORIE

Ein Virtual Reality-Konzert mit Livemusik
Geisterbeschwörung durch neueste Technik: Im frühen neunzehnten Jahrhundert war der letzte Schrei die Laterna Magica, die früheste Form virtueller Realität. Man hoffte, mittels Projektion Zugang zur Geisterwelt hinter den Dingen zu erhalten. Die Ur-Ur-Urenkelgeneration dieser frühen Apparaturen sind Virtual Reality und Augmented Reality. Kurz vor Sonnenuntergang rüsten wir Sie also mit den neuesten VR-Brillen aus und beginnen eine musikalisch-optische Geisterseherei. Zu Videos und VR-Filmen hören Sie Werke wie “archive[s]” der israelisch-amerikanischen Komponistin Sivan Eldar, “Laterna Magica” des Franzosen Régis Campo sowie eine Uraufführung des deutschen Komponisten Hauke Berheide, der sich auf eine Reise in den Containerhafen des Duisburger Hafens begibt.

 
Dieses Konzert, ursprünglich für den 12. Mai 2021 angekündigt, musste wegen der Corona-Krise auf den 15. September 2021 verschoben werden.
 
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und Gäste
 
TERMIN
Mi 15. September 2021, 20:30 Uhr, Liebfrauenkirche
Dauer: ca. 90 Minuten
 

Foto: Susanne Diesner

4. PHILHARMONISCHES KONZERT - EIN REQUIEM FÜR DIE LEBENDEN

Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem op. 45
Heinrich Schütz – “Meine Seele erhebt den Herren”, Deutsches Magnificat SWV 494
Johannes Brahms – “Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen”, Motette op. 74/1

Der gottesfürchtige Hiob lebt mit seiner Familie in Frieden und Wohlstand. Aber dann stellt Gott seine Glaubenskraft auf eine harte Probe: Er lässt zu, dass der Teufel ihm alle zehn Kinder und seinen gesamten Besitz nimmt und ihn dazu selbst noch mit Geschwüren vom Scheitel bis zur Fußsohle schlägt. “Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?” klagt Hiob angesichts dieser Schicksalsschläge. Die christliche Theologie hat diese Frage nach dem Sinn menschlichen Leidens immer wieder gestellt – und höchst unterschiedlich beantwortet. “Eine kleine Abhandlung über das große ‘Warum'” legte Johannes Brahms nach eigenen Worten mit seiner 1878 entstandenen Motette vor, die in Stil und Haltung unmittelbar an sein geistliches Hauptwerk anschließt: “Ein deutsches Requiem”.

Insgesamt neun Jahre lang hat Brahms an dieser epochalen Komposition gearbeitet, die in ihrer endgültigen Gestalt 1869 im Leipziger Gewandhaus aus der Taufe gehoben wurde. An die liturgische Tradition des Requiems, der katholischen Totenmesse, lehnt sich das Werk nur locker an. Die biblischen Texte, die Brahms selbst zusammenstellte, nehmen weniger die Toten in den Blick als die Lebenden, die Trauernden und Trost­suchenden. In diesen Kreis schloss der Komponist sich auch selbst mit ein: Nach dem Tod seiner geliebten Mutter bereicherte er die sechssätzige Urfassung noch um das Sopransolo “Ihr habt nun Traurigkeit”.

Die weiten Bögen dieses ergreifenden Satzes gestaltet die international gefragte Opern- und Konzertsängerin Christina Landshamer, die in Duisburg zuletzt 2011 beim Abschiedskonzert für Jonathan Darlington zu erleben war. Den markanten, zu visionärer Prophetie verdichteten Bariton-Part übernimmt der Schwede Peter Mattei, dessen profunder Bariton regelmäßig auf den großen Bühnen dieser Welt erschallt – so etwa an der Metropolitan Opera New York, der Wiener Staatsoper und der Mailänder Scala. Die Audi Jugend­chorakademie begeisterte bereits im März 2019 auf dem Podium der Philharmonischen Konzerte mit einer agilen Interpretation von Mozarts Requiem. Für die Brahms-Motette und das doppelchörige Deutsche Magnificat von Heinrich Schütz übergibt GMD Axel Kober den Taktstock an den Münchner Hochschulprofessor Martin Steidler, seit 2008 Leiter der Audi Jugendchorakademie. Deren Wiedereinladung war nicht zuletzt durch die großzügige Unterstützung möglich, die das Land NRW den Duisburger Philharmonikern im Rahmen seines Förder­programms “Neue Wege” gewährt.

Orchester Duisburger Philharmoniker
Dirigent Axel Kober
Sopran Christina Landshamer
Bariton Peter Mattei
AUDI JUGENDCHORAKADEMIE
Chorleitung Martin Steidler

TERMINE
Mi, 10. November 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

Do, 11. November 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Anja Renczikowski in der Philharmonie Mercatorhalle

ÖFFENTLICHE PROBE vor allen Philharmonischen Konzerten, Dienstags 12.00 – 12.30. Eintritt frei

2020/2021

EIGENZEIT - MUSIK VON JETZT

DINGFEST. EINE FEIER

Hier geht es gleich fröhlich zur Sache. Gegenstände aller Arten, elektrische Brunnen, Blechdosen, Spieluhren werden beklopft, bestrichen, zum Singen gebracht und zum Tanz aufgefordert. Klassische Kammermusik der letzten Jahre trifft auf Klangtheater und Geräuschemacherei. Dabei geht es so seltsam zauberhaft zu, dass zuletzt sogar die Instrumente der Duisburger Philharmoniker vergessen, wofür sie ursprünglich gebaut worden sind und selbst wieder zum Teil, zum Dings, zur Kiste, zum Rohr werden. Schön wird es klingen, das versprechen wir. Und fröhlich. Ein Fest der Dinge. Mit Musik der kolumbianischen Komponistin Violeta Cruz, der Italienerin Lucia Ronchetti, des Franzosen Jérôme Combier und vieler anderer.

MUSIKER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
GÄSTE

TERMIN
So 27. Juni 2021, 19:30 Uhr, Theater Duisburg, Opernfoyer

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/eigenzeit-2020-2021-dingfest-eine-feier-vs/

EIGENZEIT - MUSIK VON JETZT

MY FAVORITE THINGS

Auch Musikstücke können Dinge sein – dann nämlich, wenn sie, vermarktet, verkauft, zur Ware geworden sind. Und doch hat fast jeder von uns nostalgische Beziehungen zum einen oder anderen musikalischen Souvenir, zu Songs, zu „Lieblingsgeschmacklosigkeiten“ sozusagen. Der Jazz macht seit seinen Anfängen vor, wie solche Standards aus ihren kommerziellen Käfigen befreit werden können und mit einem Mal wieder neu, bedeutungsvoll in anderen musikalischen Kontexten erblühen. In diesem Konzert widmet sich die Formation um den Jazzmusiker Matthias Schriefl zeitgenössischen Arrangements von Lieblingssongs für klassische Instrumente. Vielleicht hören auch Sie einige Ihrer „favorite things“ in neuem musikalischem Licht!

MATTHIAS SCHRIEFL MIT BAND
GÄSTE

TERMIN
Mi 23. Juni 2021, 20:00 Uhr, Cubus Kunsthalle Duisburg

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/eigenzeit-2020-2021-my-favorite-things-juni/

Foto: Repercussion, Bettina Engel-Albustin

BEAT#04

REPERCUSSION

Die vierte Auflage der etablierten Konzertreihe BEAT verspricht wieder ein besonderes Erlebnis zu werden!
Die Schlagzeuger von Repercussion treffen diesmal auf Streicher und Bläser aus den Reihen der Duisburger Philharmoniker. Sängerin und Schau­spielerin Marissa Möller, ebenfalls wie Repercussion mit dem Förderpreis für Kultur des Landes NRW aus­gezeichnet, rundet diese außergewöhnliche Besetzung ab und sorgt für ein besonderes Soul-Flair.
Unter dem Titel „NEXUS“ gelingt es den vier Schlagzeugern, die Charaktere der Musiker und ihrer Instrumente zu verflechten. So verschmelzen pulsierende Rhythmen, gefühlvolle Klangfarben und die menschliche Stimme in ihrer gemeinsamen Schnittmenge: dem Beat.
BEAT steht als Garant für aufregende Konzerte mit angesagten Künstlern unserer Zeit. Visual-Artists, Rockmusiker und Jazz-Solisten waren schon zu Gast.
Repercussion schafft es, musikalische Grenzen aufzulösen, Disziplinen gekonnt und locker zu verbinden und zu einem unvergesslichen Konzertabend werden zu lassen – für alle!
Wer schon bei BEAT war, weiß wovon die Rede ist. Wer nicht, kommt zu BEAT#04.

MITGLIEDER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
MARISSA MÖLLER Schauspielerin und Sängerin

TERMIN
Fr 18. Juni 2021, 20:00 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/gako-2020-2021-beat-04/

Felix Mendelssohn Bartholdy 1. Sinfonie c-Moll op.11, Axel Kober

Die Duisburger Philharmoniker mit Felix Mendelssohn Bartholdys 1. Sinfonie c-Moll op.11 unter der Leitung des Generalmusikdirektors Axel Kober.

Die Aufnahme entstand in den Proben zur CD-Produktion von Mendelssohns Sinfonien 1,3,4, und 5, die noch dieses Jahr erscheint.

www.duisburger-philharmoniker.de