DUISBURGER PHILHARMONIKER

Foto: Bundeskunsthalle / Bildkraftwerk

KAI & FRIENDS VOL. 6

Six Pianos

Ursprünglich hatte Steve Reich ein Stück geschrieben, das alle Instrumente eines New Yorker Klaviergeschäfts gleichzeitig zum Klingen bringen sollte – aber dann war ihm das Ergebnis doch ein bisschen zu massiv. Also reduzierte er die Besetzung auf sechs Klaviere: “Six Pianos”. Das 1973 komponierte Stück ist ein typischer Vertreter der amerikanischen Minimal Music. Eine kurze rhythmisch-melodische Figur durchläuft eine Reihe von Wiederholungen und Variationen, wobei die Musiker teils synchron, teils um einige Takte versetzt spielen. Ihre Einzelbeiträge gehen in einer Art musikalischem Mandala auf, das die Hörer:innen in eine meditative Stimmung versetzt.

Ein Kultstück der Minimal Music ist auch Terry Rileys “In C”, bei dem die Pianisten von Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker unterstützt werden. Hier sind sowohl die Länge als auch die Besetzung variabel. Jede Aufführung des 1964 komponierten Stücks hat einen eigenen Formverlauf – die vorhandenen Einspielungen dauern zwischen 20 und 76 Minuten!

Das Projekt “Six Pianos” entstand 2016 für das Kölner Festival ACHT BRÜCKEN und wurde auch in Berlin, Hamburg und Bonn vor ausverkauften Häusern gespielt. Die sechs Solisten sind Vertreter einer neuen Pianisten-Generation: Sie sind klassisch ausgebildet, pflegen aber auch einen ganz selbstverständlichen Umgang mit zeitgenössischer Pop- und Clubmusik. Alle sechs berufen sich auf Steve Reich, der einen zentralen Einfluss auf ihre Arbeit hatte. Das wird auch in ihren Eigenkompositionen hörbar, die das Projekt ergänzen.

Klavier Gregor Schwellenbach
Klavier John Kameel Farah
Klavier Erol Sarp
Klavier  Daniel Brandt
Klavier Paul Frick
Klavier Kai Schumacher
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker

TERMIN
13.12.2022, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

2021/2022

FESTIVAL EIGENZEIT: KUNTERBUNT

DIE VIELFALT ZEITGENÖSSISCHEN KOMPONIERENS

Unsuk Chin Gougalon
Ashley Fure A Library of Lightning
Hanna Eimermacher Blumen der Zeit
Johannes Fischer / Georg Philipp Telemann music for electrified strings – a dining experience with Telemann

Die koreanische Komponistin Unsuk Chin entführt uns in ihrer virtuosen Komposition Gougalon sehr bildhaft in die bunt schillernde Welt eines Straßen­theaters mit all seinen schrulligen und skurrilen Charakteren. In A Library of Lightning der US-Amerikanerin Ashley Fure verschmelzen Trompete, Fagott und Kontrabass zu einem einzigartigen Klangamalgam, das sich wie eine Skulptur durch den Raum zu bewegen scheint.

Im Mittelpunkt steht die Uraufführung von Hanna Eimermachers Blumen der Zeit. Die 1981 in Duisburg geborene Komponistin erweitert ihren kreativen, oft spielerischen Umgang mit Geräuschen und Klängen um visuelle Aspekte, die die Wahr­nehmung des Gehörten verändern.

Gemeinsam mit Georg Philipp Telemann schrieb Johannes Fischer die music for electrified strings – a dining experience with Telemann. Diese Hommage an die Tafelmusik des Barock sucht das Neue im Alten und transportiert Telemanns Erfindung ins 21. Jahrhundert. Barocke Tanzformen stoßen auf drum’n bass, elektro-akustische Klangflächen und rhythmisch verschachtelte Grooves.

Anschließend “Meet the Artists”

MITGLIEDER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER UND GÄSTE
Schlagzeug und Leitung JOHANNES FISCHER

TERMIN
21.05.2022, 20:00 Uhr, Landschaftspark DU-Nord, Gebläsehalle

Foto Murat Coskun: Ellen Schmauss Foto Pape Dieye: Thomas Kunz

FESTIVAL EIGENZEIT: SELBSTREDEND

Trommelsprachen aus verschiedenen Welten

Der Star dieses Abends ist die Trommel. In unterschiedlichen Kulturräumen mit verschiedenen Techniken entwickelt, bietet sie eine schier endlose Spielwiese aus bunten musikalischen Facetten und Kombinationen. Der deutsch-türkische Perkussionist Murat Co?kun schöpft aus einem großen Musikrepertoire zwischen den musikalischen Welten des Orients und Okzidents. Als Multiinstrumentalist und Kom­ponist aus Dakar hat Pape Dieye eine breite Palette an Klangfarben aus dem Senegal im Gepäck. Klangzauberer Johannes Fischer spielt Werke des griechischen Komponisten Georges Aperghis für persische Zarb und Stimme sowie eigene Trommelstücke.

Eingerahmt wird der stimmungsvolle Abend durch Gedichte und Märchen aus verschiedenen Kulturen.

Percussion, Gesang PAPE DIEYE
Rahmentrommeln, Gesang MURAT COSKUN
Schlagzeug JOHANNES FISCHER
Sprecher KAI BETTERMANN

TERMIN
19.05.2022, 20:00 Uhr, Lehmbruck Museum

Foto: Alberto Masnovo / iStockPhoto

FESTIVAL EIGENZEIT: TAUMELND

Michael Gordon timber, Ross Karre video projection design

Michael Gordons timber für sechs Schlag­zeuger*innen an jeweils einem Holzbalken ist sicher eines der bemerkenswertesten und radikalsten Stücke für Schlagzeugensemble der jüngsten Zeit. Die rigide Beschränkung auf nur eine einzige Klangfarbe lässt uns die Klangnatur dieser undomestizierten Hölzer wie unter dem Mikroskop betrachten. Das Werk ent­wickelt in seinen knapp 60 Minuten einen hypnotischen Sog; man taucht ein in einen pulsierenden Klangstrom, der sich stetig verändert. Die Hölzer beginnen wie ein Glockenchor zu singen und es entsteht quasi ein ganz neues Instrument. Diese Klanglandschaft wird angereichert durch ein neues video projection design des New Yorker Schlagzeugers und Videokünstlers Ross Karre, das im Auftrag des Eigenzeit Festivals für diese Aufführung entwickelt wurde.

SCHLAGZEUGER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER UND GÄSTE
Schlagzeug JOHANNES FISCHER

TERMIN
18.05.2022, 21:00 Uhr, Liebfrauenkirche

FESTIVAL EIGENZEIT: SCHWERELOS

Morton Feldman Crippled Symmetry – Ein Werk als plastischer Raumkörper

Wie bei einem Mobile treten zarte melodische Floskeln und schwebende Akkorde zwischen Klavier, Flöte und Vibraphon in einen ätherischen Dialog. Dieses stille und poetische Stück von Morton Feldman, einem der wichtigsten Komponisten der US-amerikanischen Avantgarde, ist ein 90-minütiger Gegen­entwurf zum Wüten der Welt. Versunken lauscht man den kostbaren und fragilen Klängen nach, die wie ein unendlicher melancholischer Schwanengesang wirken. Die Zeit scheint für einen Augenblick still zu stehen …

Flöten NARI HONG
Klavier NICHOLAS RIMMER
Schlagzeug JOHANNES FISCHER

TERMIN
15.05.2022, 19:00 Uhr, Theater Duisburg, Bühne

Foto: Philippe Lévy-Stab

FESTIVAL EIGENZEIT: LASZIV

Arrangements von Werken von Tom Waits, Kurt Weill und Franz Schubert
Songs without words

Dieses Programm des Trios Belli-Fischer-Rimmer widmet sich zwei der außergewöhnlichsten Songschreiber des 20. Jahrhunderts: dem US-amerikanischen Ausnahmekünstler Tom Waits und dem aus Dessau stammenden Kurt Weill, der vor allem durch seine Werke für das Musiktheater berühmt wurde. Für beide Musiker war die populäre Musik ihrer Zeit (wie Blues, Chanson, Country oder Polka) eine wichtige Inspirationsquelle und zugleich Ausgangspunkt für eigene Kompositionen. Das Milieu ihrer Lieder ist die Straße, sind die Nachtclubs und Bordelle oder die Hafenkante, sie erzählen melancholische Geschichten über die Liebe und die Abgründe unseres Lebens.

In Anlehnung an Felix Mendelssohn Bartholdys Lieder ohne Worte stellt das Trio Lieder und Melodien von Weill und Waits Kompositionen von Franz Schubert gegenüber. In Arrangements für Posaune, Klavier und Schlagzeug wird ihnen ein neues Klang­gewand verliehen. Dabei spannt die Musik einen weiten Bogen von lyrischen Balladen, kernigem Blues oder burlesken Walzern bis hin zu geräuschartig-experimentellen Grooves.

Posaune FREDERIC BELLI
Klavier NICHOLAS RIMMER
Schlagzeug JOHANNES FISCHER

TERMIN
14.05.2022, 21:00 Uhr, Theater Duisburg, Opernfoyer

Foto: Heinrich Klaffs, Lizenz CC BY-NC-SA 2.0

FESTIVAL EIGENZEIT: PULSIEREND

Oscar Bettison B&E (with aggravated assault)
David Lang cheating, lying, stealing
Wolfgang Mitterer rasch#2
Werke von Dieter Mack und Johannes Fischer

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts öffnete die experimentelle Rockmusik ein spannendes Feld und trieb verblüffende und sonder­bare Blüten. Bands wie Pink Floyd, Frank Zappas Mothers of Invention, Captain Beefheart, King Crimson oder Gentle Giant erschufen in ihren Songs und Alben mit schier unerschöpflicher Kreativität einen ganz eigenen Kosmos.

In diesem Programm verbinden fünf Komponisten die Einflüsse dieser Zeit mit ihrer eigenen Musik. Während bei Oscar Bettisons B&E (with aggravated assault) und David Langs cheating, lying, stealing Groove und Puls sehr dominieren und ein wirklicher Bandsound entsteht, bezieht sich Wolfgang Mitterer in rasch#2 auf einen sehr frühen Vorreiter der Zunft, Antonio Vivaldi. Der Solopart ist für string drum-set konzipiert, ein Schlagzeugaufbau also, der aus den verschiedenen Instrumenten des Streichquartetts zusammengebaut wird. Dieter Mack war in jungen Jahren selbst Keyboarder einer progressiven Rockgruppe und reflektiert diese Erfahrungen in einem neuen Stück für gemischtes Ensemble. Eine weitere Uraufführung von Johannes Fischer erweist sich als Liebeserklärung an die schottische Band Gentle Giant.

MITGLIEDER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER UND GÄSTE
Schlagzeug JOHANNES FISCHER

TERMIN
14.05.2022, 18:00 Uhr, Theater Duisburg, Großes Haus

Foto: Repercussion

BEAT#05 - ANNIVERSARY EDITION

Werke von Michael Laurello und anderen; neue Arrangements von Repercussion

BEAT feiert in dieser Saison fünfjähriges Jubiläum!

Die Konzertreihe hat sich längst zu einer festen Größe im Spielplan der Duisburger Philharmoniker entwickelt und verspricht auch diesmal Außergewöhnliches:

Für die “Anniversary-Edition” von BEAT schreibt der junge US-amerikanische Komponist Michael Laurello ein neues, gemeinsames Werk für Repercussion und die Duisburger Philharmoniker als zentrales Stück der Konzertshow. Pulsierende Rhythmen und kraftvolle Beats verbinden sich mit farbigen Klangspektren des Orchesters, elektronische und digitale Klangelemente führen den Blick klar in Richtung Zukunft.

Doch auch die weiteren Arrangements für Schlagwerk und Orchester lassen die Vision von Repercussion eindeutig erkennen: Sie kreieren Musik, die Publikumsgenerationen vereint. Neu, über­raschend, abwechslungsreich und doch mit dem typischen Stempel Repercussion.

BEAT#05 – für alle Fans ein Muss und für alle anderen ein Grund, Fan zu werden!

Repercussion:
Veith Kloeters
Simon Bernstein
Rafael Sars
Johannes Wippermann, Schlagzeug

Mitglieder der Duisburger Philharmoniker
Dirigent Gordon Hamilton

TERMIN
13.05.2022, 20:00 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

Janet Horton / Alamy Stock Photo

FESTIVAL EIGENZEIT: NAHBAR

Johannes Fischer Klanginstallation: What is any ocean but a collection of drops?

Eigens für das Eigenzeit-Festival 2022 entwirft Johannes Fischer eine Klanginstallation, die auf seiner Komposition What is any ocean but a collection of drops? basiert. Im Original für vier Schlag­zeuger konzipiert, entsteht eine elektroakustische, installative Solo­fassung. Das Publikum wird eingeladen, sich während der etwa 20-minütigen Performance zwischen den einzelnen Instrumenteninseln zu bewegen, den Instrumenten und Klängen ganz nahe zu kommen. So öffnet sich ein meditativer, taktiler Klang­raum, der insbesondere die zarten Qualitäten der sonst so oft lauten Instrumente wie Pauken, Becken oder große Trommeln betont. Es entsteht ein Dialog mit Raum und Resonanz, Performer und Hörenden; dabei können einzelne physikalische Klangphänomene ganz aus der Nähe betrachtet werden.

TERMINE
13.05.2022, 14:30 Uhr, Theater Duisburg – Opernfoyer
13.05.2022, 15:30 Uhr, Theater Duisburg – Opernfoyer
13.05.2022, 16:30 Uhr, Theater Duisburg – Opernfoyer

 

Foto Kai Schumacher: Marvin Böhm, Foto SIGNUM Saxophone Quartet: Andrej Grilc

KAI & FRIENDS VOL. 5

Goldberg Nights
Bearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Frédéric Chopin, Steve Reich und George Gershwin, Eigenkompositionen

Ruhe und Trance, Ekstase und Erschöpfung, Traum und Wirklichkeit: Kai Schumacher und das SIGNUM Saxophone Quartet bereisen das Wunder­reich der Nacht. Virtuos wechseln sie zwischen Stilen und Genres, um die Nacht in ihren vielfältigen musikalischen Facetten zu feiern.

Der Leitstern im nächtlichen Konzerthimmel ist Johann Sebastian Bach: Die berühmten “Goldberg-Variationen” schrieb er (so die Legende), um den an Schlafstörungen leidenden fürstlichen Dienstherrn seines Schülers Johann Gottlieb Goldberg zu besänftigen.

Für die Seelenflüge der Romantiker Franz Schubert und Frédéric Chopin war die Nacht der ideale Fantasieraum. Im Gegensatz dazu zeichnen zwei amerikanische Komponisten das Bild der Stadt, die niemals schläft: Steve Reich lässt das nächt­liche New York als minimalistische Traumwelt pulsieren; sein Landsmann George Gershwin schickt seine schlaf­losen Gedanken auf eine rhapsodische Nachtreise über die hell erleuchtete Skyline der Stadt. Am Ende dringt das Team auch zu den Tanzekstasen der Clubszene vor, den modernen schlaflosen Laboratorien des Klangs.

In ein nächtliches Panoptikum zwischen tiefstem Schwarz und leuchtenden Farben getrieben, begegnen wir uns selbst, unseren Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften und Abgründen. Die Nacht eröffnet uns einen Raum für Reflexionen und Fantasien, einen Raum, der gewöhnlich im Tageslicht verborgen ist. Mit den Goldberg Nights liefern Kai Schumacher und das SIGNUM Saxophone Quartet einen Schlüssel, um ihn aufzuschließen.

SIGNUM SAXOPHONE QUARTET:
BLAZ KEMPERLE Sopransaxophon
HAYRAPET ARAKELYAN Altsaxophon
ALAN LUZAR Tenorsaxophon
GUERINO BELLAROSA Baritonsaxophon

– Artists in Residence –

Klavier und präpariertes Klavier KAI SCHUMACHER
Ensemble der Duisburger Philharmoniker

TERMIN
22.04.2022, 20:00 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle
 

Foto: Susanne Diesner

4. PHILHARMONISCHES KONZERT - EIN REQUIEM FÜR DIE LEBENDEN

Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem op. 45
Heinrich Schütz – “Meine Seele erhebt den Herren”, Deutsches Magnificat SWV 494
Johannes Brahms – “Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen”, Motette op. 74/1

Der gottesfürchtige Hiob lebt mit seiner Familie in Frieden und Wohlstand. Aber dann stellt Gott seine Glaubenskraft auf eine harte Probe: Er lässt zu, dass der Teufel ihm alle zehn Kinder und seinen gesamten Besitz nimmt und ihn dazu selbst noch mit Geschwüren vom Scheitel bis zur Fußsohle schlägt. “Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?” klagt Hiob angesichts dieser Schicksalsschläge. Die christliche Theologie hat diese Frage nach dem Sinn menschlichen Leidens immer wieder gestellt – und höchst unterschiedlich beantwortet. “Eine kleine Abhandlung über das große ‘Warum'” legte Johannes Brahms nach eigenen Worten mit seiner 1878 entstandenen Motette vor, die in Stil und Haltung unmittelbar an sein geistliches Hauptwerk anschließt: “Ein deutsches Requiem”.

Insgesamt neun Jahre lang hat Brahms an dieser epochalen Komposition gearbeitet, die in ihrer endgültigen Gestalt 1869 im Leipziger Gewandhaus aus der Taufe gehoben wurde. An die liturgische Tradition des Requiems, der katholischen Totenmesse, lehnt sich das Werk nur locker an. Die biblischen Texte, die Brahms selbst zusammenstellte, nehmen weniger die Toten in den Blick als die Lebenden, die Trauernden und Trost­suchenden. In diesen Kreis schloss der Komponist sich auch selbst mit ein: Nach dem Tod seiner geliebten Mutter bereicherte er die sechssätzige Urfassung noch um das Sopransolo “Ihr habt nun Traurigkeit”.

Die weiten Bögen dieses ergreifenden Satzes gestaltet die international gefragte Opern- und Konzertsängerin Christina Landshamer, die in Duisburg zuletzt 2011 beim Abschiedskonzert für Jonathan Darlington zu erleben war. Den markanten, zu visionärer Prophetie verdichteten Bariton-Part übernimmt der Schwede Peter Mattei, dessen profunder Bariton regelmäßig auf den großen Bühnen dieser Welt erschallt – so etwa an der Metropolitan Opera New York, der Wiener Staatsoper und der Mailänder Scala. Die Audi Jugend­chorakademie begeisterte bereits im März 2019 auf dem Podium der Philharmonischen Konzerte mit einer agilen Interpretation von Mozarts Requiem. Für die Brahms-Motette und das doppelchörige Deutsche Magnificat von Heinrich Schütz übergibt GMD Axel Kober den Taktstock an den Münchner Hochschulprofessor Martin Steidler, seit 2008 Leiter der Audi Jugendchorakademie. Deren Wiedereinladung war nicht zuletzt durch die großzügige Unterstützung möglich, die das Land NRW den Duisburger Philharmonikern im Rahmen seines Förder­programms “Neue Wege” gewährt.

Orchester Duisburger Philharmoniker
Dirigent Axel Kober
Sopran Christina Landshamer
Bariton Peter Mattei
AUDI JUGENDCHORAKADEMIE
Chorleitung Martin Steidler

TERMINE
Mi, 10. November 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

Do, 11. November 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Anja Renczikowski in der Philharmonie Mercatorhalle

ÖFFENTLICHE PROBE vor allen Philharmonischen Konzerten, Dienstags 12.00 – 12.30. Eintritt frei

PHANTASMAGORIE

Ein Virtual Reality-Konzert mit Livemusik
Geisterbeschwörung durch neueste Technik: Im frühen neunzehnten Jahrhundert war der letzte Schrei die Laterna Magica, die früheste Form virtueller Realität. Man hoffte, mittels Projektion Zugang zur Geisterwelt hinter den Dingen zu erhalten. Die Ur-Ur-Urenkelgeneration dieser frühen Apparaturen sind Virtual Reality und Augmented Reality. Kurz vor Sonnenuntergang rüsten wir Sie also mit den neuesten VR-Brillen aus und beginnen eine musikalisch-optische Geisterseherei. Zu Videos und VR-Filmen hören Sie Werke wie “archive[s]” der israelisch-amerikanischen Komponistin Sivan Eldar, “Laterna Magica” des Franzosen Régis Campo sowie eine Uraufführung des deutschen Komponisten Hauke Berheide, der sich auf eine Reise in den Containerhafen des Duisburger Hafens begibt.

 
Dieses Konzert, ursprünglich für den 12. Mai 2021 angekündigt, musste wegen der Corona-Krise auf den 15. September 2021 verschoben werden.
 
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und Gäste
 
TERMIN
Mi 15. September 2021, 20:30 Uhr, Liebfrauenkirche
Dauer: ca. 90 Minuten
 

1. PHILHARMONISCHES KONZERT - MISSA SOLEMNIS

Ludwig van Beethoven, Missa Solemnis D-Dur op. 123

“Der Tag, wo ein Hochamt von mir zu den Feyerlichkeiten Ihro Kaiserliche Hoheit soll aufgeführt werden, wird für mich der schönste meines Lebens seyn, u. Gott wird mich erleuchten, daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses Feyerlichen Tages beytragen.” So schrieb Ludwig van Beethoven zu Beginn des Jahres 1819 an den Erzherzog Rudolph von Österreich, seinen königlichen Freund, Schüler und Mäzen. Die beschriebene “Feyerlichkeit” war die Inthronisation des Erzherzogs als Bischof von Olmütz im Jahre 1820. Beethoven hatte ihm zu diesem Anlass die Komposition einer großen Messe versprochen.

Aber es sollte anders kommen. Eine prachtvolle Festmusik, konventionell in der Form, nicht allzu schwierig in der Ausführung und eingängig für den Hörer – so etwas war mit Beethoven nicht zu machen. Schon bald wurde ihm klar, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde, auch wenn er dem Erzherzog immer wieder Hoffnungen machte. Er vergrub sich tief in die Geschichte der Kirchenmusik, studierte die alten Meister, allen voran Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Zugleich ging er dem liturgischen Text auf den Grund, spiegelte ihn an seinen eigenen Weltanschauungen und den historischen Umwälzungen der Epoche.

Am Ende musste Rudolph mit einer Messe des Wiener Komponisten Johann Nepomuk Hummel Vorlieb nehmen. Dafür hielt er drei Jahre später als Widmungsträger ein Werk von universaler Größe und Bedeutung in Händen, ein Werk, das auch ein Gegenstück zur etwa zeitgleich entstandenen Sinfonie Nr. 9 darstellt. Wo die Sinfonie zur allgemeinen Verbrüderung aufruft, zeigt die Messe den suchenden, zweifelnden, um Halt ringenden Menschen inmitten einer bedrohten Welt. Das “Agnus Dei” wird zum leidenschaftlichen Friedensappell: “Bitte um inneren und äußeren Frieden” notierte der Komponist in der Partitur.

Mit den beiden Aufführungen der Missa Solemnis wollten die Duisburger Philharmoniker ursprünglich ihre Aktivitäten zum Beethoven-Jahr 2020 krönen. Auch das kam nun leider anders. Ganz so lange wie der Erzherzog muss das Duisburger Publikum aber nicht auf “seine” Missa Solemnis warten. Für den Nachhol­termin konnten wieder prominente Sängerpersönlichkeiten verpflichtet werden, die dem Duisburger Publikum aus früheren Begegnungen bestens bekannt sind – ebenso wie der Kölner Kantor und Dirigent Christoph Spering, der mit seinem Chorus Musicus Köln regelmäßig auf den wichtigsten Podien der historischen Aufführungspraxis gastiert.

Orchester Duisburger Philharmoniker
Dirigent CHRISTOPH SPERING
Sopran JULIA KLEITER
Alt INGEBORG DANZ
Tenor CHRISTOPH PRÉGARDIEN
Bass TAREQ NAZMI
CHORUS MUSICUS KÖLN

TERMINE
Mi 08. September 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

Mi 09. September 2021, 19:30 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Anja Renczikowski in der Philharmonie Mercatorhalle

ÖFFENTLICHE PROBE vor allen Philharmonischen Konzerten, Dienstags 12.00 – 12.30. Eintritt frei

https://www2.duisburg.de/theater/repertoire/2122/konzert/1_Philharmonisches_Konzert.php

LISTEN, LISTEN!

LIEDERTAFEL
Dichterlesung, Liederabend, Publikumsgespräch

Listen listen, hören Sie (!), nach Größen, Stückzahl, Gewicht. So wird im Ruhrorter Hafen den Dingen Beine gemacht, dass sie stramm stehen im Normcontainer, gleichgemacht einander, dass sie handelbar, tauschbar durchmarschieren ohne zu mucken. Jedoch: Dieses Mucken und Aus-der-Reihe-Tanzen der Dinge selbst gegen ihre Auflistung ist Thema der Lyrik – trotzdem und vielleicht gerade deshalb spielt in zeitgenössischer Dichtung die Liste als ordnungsstiftendes Verfahren eine immense Rolle. Und auch das Lied, die vertonte, versungene Form des Gedichtes bewegt sich, wo strenge Einordnung und expressiver Ausbruch miteinander ringen. Der Dichter Steffen Popp, zwei Sänger, Musiker der Duisburger Philharmoniker und lebendige Komponisten laden Sie ein zu einer Dichterlesung, einem Liederabend, einem Publikumsgespräch, ach, einfach einem dieser Kneipenabende, verträumt unter dem Hafenhimmel von Duisburg-Ruhrort. Prost!
 
Dieses Konzert, ursprünglich für den 30. April 2021 angekündigt, musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Abweichend von der Ankündigung im play! findet es im Opernfoyer des Theaters Duisburg statt.
 
STEFFEN POPP – Dichter
ULRICH KREPPEIN
HAUKE BERHEIDE
WEITERE KOMPONIST*INNEN
MUSIKER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
GÄSTE
 
TERMIN

So 29. August 2021, 20:00 Uhr, Theater Duisburg, Opernfoyer

https://www2.duisburg.de/theater/repertoire/2122/konzert/_Listen.php

2020/2021

EIGENZEIT - MUSIK VON JETZT

DINGFEST. EINE FEIER

Hier geht es gleich fröhlich zur Sache. Gegenstände aller Arten, elektrische Brunnen, Blechdosen, Spieluhren werden beklopft, bestrichen, zum Singen gebracht und zum Tanz aufgefordert. Klassische Kammermusik der letzten Jahre trifft auf Klangtheater und Geräuschemacherei. Dabei geht es so seltsam zauberhaft zu, dass zuletzt sogar die Instrumente der Duisburger Philharmoniker vergessen, wofür sie ursprünglich gebaut worden sind und selbst wieder zum Teil, zum Dings, zur Kiste, zum Rohr werden. Schön wird es klingen, das versprechen wir. Und fröhlich. Ein Fest der Dinge. Mit Musik der kolumbianischen Komponistin Violeta Cruz, der Italienerin Lucia Ronchetti, des Franzosen Jérôme Combier und vieler anderer.

MUSIKER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
GÄSTE

TERMIN
So 27. Juni 2021, 19:30 Uhr, Theater Duisburg, Opernfoyer

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/eigenzeit-2020-2021-dingfest-eine-feier-vs/

EIGENZEIT - MUSIK VON JETZT

MY FAVORITE THINGS

Auch Musikstücke können Dinge sein – dann nämlich, wenn sie, vermarktet, verkauft, zur Ware geworden sind. Und doch hat fast jeder von uns nostalgische Beziehungen zum einen oder anderen musikalischen Souvenir, zu Songs, zu „Lieblingsgeschmacklosigkeiten“ sozusagen. Der Jazz macht seit seinen Anfängen vor, wie solche Standards aus ihren kommerziellen Käfigen befreit werden können und mit einem Mal wieder neu, bedeutungsvoll in anderen musikalischen Kontexten erblühen. In diesem Konzert widmet sich die Formation um den Jazzmusiker Matthias Schriefl zeitgenössischen Arrangements von Lieblingssongs für klassische Instrumente. Vielleicht hören auch Sie einige Ihrer „favorite things“ in neuem musikalischem Licht!

MATTHIAS SCHRIEFL MIT BAND
GÄSTE

TERMIN
Mi 23. Juni 2021, 20:00 Uhr, Cubus Kunsthalle Duisburg

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/eigenzeit-2020-2021-my-favorite-things-juni/

Foto: Repercussion, Bettina Engel-Albustin

BEAT#04

REPERCUSSION

Die vierte Auflage der etablierten Konzertreihe BEAT verspricht wieder ein besonderes Erlebnis zu werden!
Die Schlagzeuger von Repercussion treffen diesmal auf Streicher und Bläser aus den Reihen der Duisburger Philharmoniker. Sängerin und Schau­spielerin Marissa Möller, ebenfalls wie Repercussion mit dem Förderpreis für Kultur des Landes NRW aus­gezeichnet, rundet diese außergewöhnliche Besetzung ab und sorgt für ein besonderes Soul-Flair.
Unter dem Titel „NEXUS“ gelingt es den vier Schlagzeugern, die Charaktere der Musiker und ihrer Instrumente zu verflechten. So verschmelzen pulsierende Rhythmen, gefühlvolle Klangfarben und die menschliche Stimme in ihrer gemeinsamen Schnittmenge: dem Beat.
BEAT steht als Garant für aufregende Konzerte mit angesagten Künstlern unserer Zeit. Visual-Artists, Rockmusiker und Jazz-Solisten waren schon zu Gast.
Repercussion schafft es, musikalische Grenzen aufzulösen, Disziplinen gekonnt und locker zu verbinden und zu einem unvergesslichen Konzertabend werden zu lassen – für alle!
Wer schon bei BEAT war, weiß wovon die Rede ist. Wer nicht, kommt zu BEAT#04.

MITGLIEDER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER
MARISSA MÖLLER Schauspielerin und Sängerin

TERMIN
Fr 18. Juni 2021, 20:00 Uhr, Philharmonie Mercatorhalle

https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/gako-2020-2021-beat-04/

Felix Mendelssohn Bartholdy 1. Sinfonie c-Moll op.11, Axel Kober

Die Duisburger Philharmoniker mit Felix Mendelssohn Bartholdys 1. Sinfonie c-Moll op.11 unter der Leitung des Generalmusikdirektors Axel Kober.

Die Aufnahme entstand in den Proben zur CD-Produktion von Mendelssohns Sinfonien 1,3,4, und 5, die noch dieses Jahr erscheint.

www.duisburger-philharmoniker.de

Foto: Heinrich Klaffs, Lizenz CC BY-NC-SA 2.0

FESTIVAL EIGENZEIT: PULSIEREND

Oscar Bettison
B&E (with aggravated assault)
David Lang
cheating, lying, stealing
Wolfgang Mitterer
rasch#2
Werke von Dieter Mack und Johannes Fischer

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts öffnete die experimentelle Rockmusik ein spannendes Feld und trieb verblüffende und sonder­bare Blüten. Bands wie Pink Floyd, Frank Zappas Mothers of Invention, Captain Beefheart, King Crimson oder Gentle Giant erschufen in ihren Songs und Alben mit schier unerschöpflicher Kreativität einen ganz eigenen Kosmos.

In diesem Programm verbinden fünf Komponisten die Einflüsse dieser Zeit mit ihrer eigenen Musik. Während bei Oscar Bettisons B&E (with aggravated assault) und David Langs cheating, lying, stealing Groove und Puls sehr dominieren und ein wirklicher Bandsound entsteht, bezieht sich Wolfgang Mitterer in rasch#2 auf einen sehr frühen Vorreiter der Zunft, Antonio Vivaldi. Der Solopart ist für string drum-set konzipiert, ein Schlagzeugaufbau also, der aus den verschiedenen Instrumenten des Streichquartetts zusammengebaut wird. Dieter Mack war in jungen Jahren selbst Keyboarder einer progressiven Rockgruppe und reflektiert diese Erfahrungen in einem neuen Stück für gemischtes Ensemble. Eine weitere Uraufführung von Johannes Fischer erweist sich als Liebeserklärung an die schottische Band Gentle Giant.

MITGLIEDER DER DUISBURGER PHILHARMONIKER UND GÄSTE

Schlagzeug JOHANNES FISCHER

TERMIN
14.05.2022, 18:00 Uhr, Theater Duisburg, Großes Haus