OPER BONN

ARABELLA

Richard Strauss (1864–1949)

Lyrische Komödie in drei Aufzügen, Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

„Bitte erwägen Sie genau, ob der ganze Stoff [trotz Fiakerball!] nicht eigentlich tragisch ist.“ – So schrieb Richard Strauss an Hugo von Hofmannsthal. Aber das Tragische war bereits eingeflossen in die Zeichnung einer beklemmenden Welt: „Die Atmosphäre der ARABELLA, unserer Zeit schon sehr nahe, ist gewöhnlicher, natürlicher, ordinärer“, antwortet Hofmannsthal. „Dem ganzen zweifelhaften Milieu dieses kassierten Rittmeisters Waldner haftet etwas Ordinäres an, ein etwas ordinäres und gefährliches Wien umgibt diese

Figuren.“ Materiell und geistig bankrott scheinen diese „etwas zweifelhaften Existenzen“
zu sein, wie Arabella sich und ihre Familie beschreibt. Aber sie spielen und tricksen, sie versetzen sich selbst. Übernächtigt und atemlos spielen sie um Geld und Liebe. Arabella, umringt von werbenden Männern, visualisiert das Glück. In ihrem Spiel setzt sie alles auf den „Richtigen“. Etwas lädiert scheint er zu sein, der „Richtige“, der wie aus dem Nichts auftaucht: Eine Bärin hat ihn in ihre Arme genommen. Er hat auch schon einmal eine junge Frau gehabt, aber die lebt nicht mehr. Jetzt will er Arabella – um jeden Preis.

BESETZUNG
Graf Waldner Martin Tzonev
Matteo Martin Koch
Adelaide Susanne Blattert
Arabella Barbara Senator
Zdenka Nikola Hillebrand
Mandryka Giorgos Kanaris
Graf Elemer Santiago Sánchez
Graf Dominik Mark Morouse
Graf Lamoral Pavel Kudinov
Fiaker-Milli Julia Bauer
Kartenaufschlägerin Yannick-Muriel Noah
Jankel Patricio Arroyo-Lesuisse / Eduard Katz
Zimmerkellner Nicholas Probst / Christian Specht
Chor Chor des Theater Bonn
Statisterie Statisterie des Theater Bonn
Orchester! Beethoven Orchester Bonn

Musikalische Leitung Dirk Kaftan
Inszenierung und Bühnenbild Marco Arturo Marelli
Choreinstudierung Marco Medved

Regieassistenz und Abendspielleitung Ruben Michael
Regiehospitanz Idilsu Yaman
Musikalische AssistenzNN / Daniel Johannes Mayr
Studienleitung Pauli Jämsä

Korrepetition NN / Igor Horvat / Pauli Jämsä / Elia Tagliavia

 
BühnenbildassistenzNN
Kostümassistenz NN
Inspizienz Barbara Schröder
Leitung Statisterie Gyda Löcher
 
TERMINE
Sa, 02.10.2021, 19.30 Uhr, Premiere
Mi, 06.10.2021, 19.30 Uhr
Mi, 20.10.2021, 19.30 Uhr
So, 31.10.2021, 16.00 Uhr
Sa, 06.11.2021, 19.30 Uhr
 
 

© Thilo Beu

LEONORE 40/45

OPERA SEMISERIA IN EINEM VORSPIEL UND SIEBEN BILDERN (ZWEI AKTE) VON HEINRICH STROBEL

Rolf Liebermann (1910 –1999) – In deutscher und französischer Sprache –

1959 erlebte Rolf Liebermanns Opera semiseria ihre letzte Neuproduktion – das Oldenburger Publikum zeigte sich ähnlich uneinverstanden mit dem ‚Fraternisierungsdrama‘ zwischen einem deutschen Wehrmachtssoldaten und einer jungen Französin, wie in vorangegangenen Inszenierungen: Nachkriegsdeutschland war nicht reif für ein derartiges Stück. An der Musiksprache nämlich – Liebermann bewies, dass Dodekaphonie durchaus keine Garantie für sinnliche Sprödigkeit ist – kann es nicht gelegen haben, dass die Oper auf so weitreichendes Unverständnis stieß. War die Uraufführung im neutralen Basel 1952 noch ein veritabler und von der Presse sehr wohl betonter Publikumserfolg, „führte“, wie Ulrich Schreiber in seinem Opernführer für Fortgeschrittene schreibt, „die Semiseria in Deutschland bei allen (!) Aufführungen zu Publikumsaufständen. Statt einer Versöhnung zwischen den einstigen ,Erbfeinden‘ nahm man nur verachtenswerte Kollaboration wahr“. Erstmals seit dem letzten Skandal stellt die Oper Bonn das Werk – mit großer Zuversicht – auf den Prüfstand.

Diese Produktion wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt
übertragen.

BESETZUNG
Yvette
Barbara Senator
Germaine, ihre Mutter / Eine weißhaarige Melomanin Susanne Blattert
Albert NN / Santiago Sánchez
Hermann, sein Vater Tobias Schabel / Pavel Kudinov
Lejeune Martin Tzonev
Monsieur Emile Mark Morouse / Joachim Goltz
Eine junge Massenet-Schwärmerin / La Patronne Katrin Stösel
Ein Soldat Christian Specht
Der 1. Präsident des Tribunals Jeongmyeong Lee
Der 2. Präsident des Tribunals / Ein Gast / Ein alter Melomane / Ein gebildeter Herr Michael Krinner
La Patronne Palesa Malieloa
Ein Kellner / Ein Zeitungsverkäufer / Ein Richter Takahiro Namiki
Erster Gefangener Patricio Arroyo-Lesuisse
Zweiter Gefangener Enrico Döring
Chor Chor des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
Musikalische Leitung Daniel Johannes Mayr
Inszenierung Jürgen R. Weber
Ausstattung Hank Irwin Kittel
Licht Friedel Grass
Choreinstudierung Marco Medved
Regieassistenz und Abendspielleitung Mark Daniel Hirsch / Ruben Michael
Musikal. Assistenz und Studienleitung Pauli Jämsä
Korrepetition Igor Horvat / Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Kostümassistenz Dieter Hauber
Inspizienz Karsten Sandleben
 
TERMINE
So, 26.09.2021, 11.00 Uhr, Foyerbühne, Einführungsmatinée
So, 10.10.2021, 18.00 Uhr, Premiere
Fr, 15.10.2021, 19.30 Uhr
So, 17.10.2021, 18.00 Uhr 
Fr, 22.10.2021, 19.30 Uhr
 
 

© Thilo Beu

IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN ERB-FEINDSCHAFT UND VÖLKERFREUNDSCHAFT

EIN GESPRÄCH ÜBER BESATZER, BESETZTE UND SPÄTE STAATSBÜRGER
Die deutsch-französischen Beziehungen bewegen sich spätestens seit 1870 in einem Spannungsfeld zwischen Feindschaft und Freundschaft, die Dr. Stefan Martens insbesondere mit Blick auf die Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich (1940-44) erforscht. Er ist Mitherausgeber der Briefsammlung „Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940–1944“, in der die Geschichte der deutschen Besatzung aus den Augen der Besatzer erzählt wird – unmittelbar, über die Briefe, die deutsche Soldaten in die Heimat zu ihren Lieben schicken.

Einer dieser Soldaten hätte Albert aus Liebermanns LEONORE 40/45 sein können, der seinem Vater davon berichtet, wie er Yvette kennenlernt…

An diesem Gesprächsabend vermischen sich also Geschichte und Geschichten – der historische Kontext, in dem sich die Oper LEONORE 40/45 bewegt, wird in einem lockeren Gespräch kritisch hinterfragt und mit seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart untersucht.

Dr. Stefan Martens studierte Geschichte und Philosophie in Frankfurt am Main und in Münster/Westfalen. Nach der Promotion im Jahre 1983 bei Klaus Hildebrand zur Rolle Hermann Görings in der Außenpolitik des Dritten Reiches wurde er zunächst Mitarbeiter und später Leiter der Abteilung Zeitgeschichte am Deutschen Historischen Institut Paris. Von 2002 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2020 war er Stellvertretender Direktor des Instituts. 2015 wurde Stefan Martens für seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Forschung durch die französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, Fleur Pellerin, zum Ritter des Ordens der Künste und der Literatur ernannt.

© Thilo Beu

L'AMOUR EST PLUS FORT QUE LA HAINE, JE CROIS À L'AMOUR

LIEBE OHNE GRENZEN?

TERMIN