OPER BONN

LI-TAI-PE

Clemens von Franckenstein (1875 – 1942)
Oper in drei Akten, op. 43, Libretto von Rudolf Lothar

Wenigen sagt der Name Clemens von Franckenstein etwas, allenfalls denken einige noch an sein Wirken als Intendant, zunächst in Wiesbaden, schließlich – nach dem Tode Anton von Speidels – ab 1912 als Leiter der Münchener Hofoper. Durch die Berufung Hans Knappertsbuschs und durch die Gestaltung eines noch heute vorbildlichen Spielplans hat der 1914 zum Generalintendanten Ernannte bis zum Revolutionsjahr 1918 und dann wieder von 1924 bis zum erzwungenen Rücktritt im Jahre 1934 der Bayerischen Staatsoper ein glanzvolles Gepräge verliehen. Die immense Bedeutung seiner kulturpolitischen Leistungen wird gekrönt durch das eigene kompositorische Schaffen, das insbesondere in der Oper LI-TAI-PE Elemente der von Wagner bestimmten Neuromantik mit einem von Debussy beeinflussten exotischen Impressionismus zu unverwechselbarer Eigensprache verschmilzt. Die bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts vielgespielte Oper markiert einen Höhepunkt der jüngeren deutschen Musiktheatergeschichte. An den sich freilich niemand mehr erinnert!

Mit durchweg historischem Personal erzählen Franckenstein und sein Librettist Rudolf Lothar (der für Eugen d’Albert das Libretto zu TIEFLAND geschrieben hatte) die gänzlich legendäre Geschichte vom versoffenen, aber genialen Dichter, den die Intrigen zweier Schranzen am Hofe des Kaisers fast das Leben kosten – und der sich als Lohn für die erfolgreiche Liebeswerbung zugunsten des Herrschers nichts wünscht als seine Freiheit an der Seite jener Frau, die ihn rettete – seit der Uraufführung in Hamburg am 2. November 1920 entwickelte sich LI-TAI-PE zu einem beim Publikum ungeheuer beliebten Werk der Opernliteratur, das bis zur Schließung der Theater 1944 gespielt wurde – obwohl der aristokratische Komponist den Machthabern suspekt war, dem es überdies gelungen war, stets Distanz zum Regime zu wahren – FOKUS ’33 geht hier erneut der Frage nach, wie ein Renner des Repertoires so gänzlich von den Bühnen verschwinden konnte. Diese Produktion wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt übertragen.

BESETZUNG

Kaiser Hüan-Tsung Mark Morouse
Dichter Li-Tai-Pe Mirko Roschkowski
Ho-Tschi-Tschang, Doktor d Kais. Akad. Giorgos Kanaris
Yang-Kwei-Tschung, Erster Minister Tobias Schabel
Kao-Li-Tse, Kommandant der Garden Johannes Mertes
Ein Herold Martin Tzonev Ein Wirt Kieran Carrel
Ein Soldat Pavel Kudinov
Fei-Yen, eine koreanische Prinzessin Ava Gesell
Yang-Gui-Fe, ein Mädchen aus dem Volke Anna Princeva
 
Chor Chor des Theater Bonn
Extrachor Extrachor des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
 
Musikalische Leitung Hermes Helfricht
Inszenierung Adriana Altaras
Bühne Christoph Schubiger
Kostüme Nina Lepilina
Licht Boris Kahnert
Dramaturgie Andreas K. W. Meyer
Choreinstudierung Marco Medved
 
Regieassistenz und Abendspielleitung Ruben Michael
Idilsu Yaman
Studienleitung Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Kostümassistenz Sarah Magirius, Nury Stefanie Willig
Inspizienz Barbara Schröder
 

TERMINE
So., 22.05.2022, 18:00 Uhr – Premiere
Sa., 04.06.2022, 19:30 Uhr
Sa., 11.06.2022, 19:30 Uhr
So., 19.06.2022, 18:00 Uhr
Fr., 24.06.2022, 19:30 Uhr 

LI-TAI-PE - EINFÜHRUNGSMATINEE

TERMIN
So, 15.05.2022, 11.00 Uhr, Werkstatt 

LEONORE 40/45

OPERA SEMISERIA IN EINEM VORSPIEL UND SIEBEN BILDERN (ZWEI AKTE) VON HEINRICH STROBEL

Rolf Liebermann (1910 –1999) – In deutscher und französischer Sprache –

1959 erlebte Rolf Liebermanns Opera semiseria ihre letzte Neuproduktion – das Oldenburger Publikum zeigte sich ähnlich uneinverstanden mit dem ‚Fraternisierungsdrama‘ zwischen einem deutschen Wehrmachtssoldaten und einer jungen Französin, wie in vorangegangenen Inszenierungen: Nachkriegsdeutschland war nicht reif für ein derartiges Stück. An der Musiksprache nämlich – Liebermann bewies, dass Dodekaphonie durchaus keine Garantie für sinnliche Sprödigkeit ist – kann es nicht gelegen haben, dass die Oper auf so weitreichendes Unverständnis stieß. War die Uraufführung im neutralen Basel 1952 noch ein veritabler und von der Presse sehr wohl betonter Publikumserfolg, „führte“, wie Ulrich Schreiber in seinem Opernführer für Fortgeschrittene schreibt, „die Semiseria in Deutschland bei allen (!) Aufführungen zu Publikumsaufständen. Statt einer Versöhnung zwischen den einstigen ,Erbfeinden‘ nahm man nur verachtenswerte Kollaboration wahr“. Erstmals seit dem letzten Skandal stellt die Oper Bonn das Werk – mit großer Zuversicht – auf den Prüfstand.

Diese Produktion wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt
übertragen.

BESETZUNG
Yvette
Barbara Senator
Germaine, ihre Mutter / Eine weißhaarige Melomanin Susanne Blattert
Albert NN / Santiago Sánchez
Hermann, sein Vater Tobias Schabel / Pavel Kudinov
Lejeune Martin Tzonev
Monsieur Emile Mark Morouse / Joachim Goltz
Eine junge Massenet-Schwärmerin / La Patronne Katrin Stösel
Ein Soldat Christian Specht
Der 1. Präsident des Tribunals Jeongmyeong Lee
Der 2. Präsident des Tribunals / Ein Gast / Ein alter Melomane / Ein gebildeter Herr Michael Krinner
La Patronne Palesa Malieloa
Ein Kellner / Ein Zeitungsverkäufer / Ein Richter Takahiro Namiki
Erster Gefangener Patricio Arroyo-Lesuisse
Zweiter Gefangener Enrico Döring
Chor Chor des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
Musikalische Leitung Daniel Johannes Mayr
Inszenierung Jürgen R. Weber
Ausstattung Hank Irwin Kittel
Licht Friedel Grass
Choreinstudierung Marco Medved
Regieassistenz und Abendspielleitung Mark Daniel Hirsch / Ruben Michael
Musikal. Assistenz und Studienleitung Pauli Jämsä
Korrepetition Igor Horvat / Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Kostümassistenz Dieter Hauber
Inspizienz Karsten Sandleben
 
TERMINE
27. Mai 2022 bis 27. November 2022 – online
 
 

EXPERTENGESPRÄCH: MEYERBEER UND DAS RHEINLAND

Gast: Dr. Dino Heicker

Moderation: Johanna Gremme

TERMIN
So, 15.05.2022, 22.00 Uhr, Foyerbühne 

GESPRÄCH: DIE DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN MUSIKBEZIEHUNGEN IM 19. JAHRHUNDERT

In Kooperation mit dem CERC der Universität Bonn und dem Institut Française

Moderation: Johanna Gremme

TERMIN
Fr, 22.04.2022, 18.00 Uhr, Bar 65 

EXPERTENGESPRÄCH: ANTISEMITISMUS IM KANON

In Kooperation mit dem CERC der Universität Bonn und dem Institut Française
PD Dr. Sven Oliver Müller und Andreas K. W. Meyer

Moderation: Johanna Gremme

TERMIN
Do, 07.04.2022, 18.00 Uhr, Bar 65 

DER DEUTSCHE MEYERBEER

Thomas Kliche, der Vorsitzende der Meyerbeer-Gesellschaft, spricht über Giacomo Meyerbeer als Verfasser deutschsprachiger Werke

TERMIN
Sa, 02.04.2022, 18.00 Uhr, Bar 65 

EIN FELDLAGER IN SCHLESIEN

Giacomo Meyerbeer (1791 –1864)

Singspiel in drei Akten – in Lebensbildern aus der Zeit Friedrichs des Großen
Text von Ludwig Rellstab, nach einem Entwurf von Eugène Scribe

Die wahrscheinlich erste Wiederaufführung seit nahezu hundertdreißig Jahren von Giacomo Meyerbeers deutschsprachigem Singspiel EIN FELDLAGER IN SCHLESIEN findet im Theater Bonn statt; ein zur Wiedereröffnung des Königlichen Opernhauses in Berlin nach dem großen Brand von 1843 komponiertes Festspiel mit Szenen aus dem Leben des nicht auftretenden Friedrich II., mit dem der preußische Generalmusikdirektor Meyerbeer nicht nur die Hohenzollern, sondern auch die Oper hochleben ließ. Der Gestus des Nationalen ist in diesem Werk mit seinen bei der Uraufführung beschließenden lebenden Bildern ausgeprägt wie bei keinem deutschsprachigen Musiktheaterwerk zuvor. In der Umarbeitung für Wien unter dem Titel VIELKA war das Stück noch eine Weile auf den Spielplänen zu finden; Meyerbeer arbeitete auch für die 1854 in Paris uraufgeführte Oper L’ÉTOILE DU NORD einige Nummern aus dem FELDLAGER ein, insgesamt schien aber das Original für das Musiktheater verloren. Im Auftrag des Berliner Ricordi Bühnen- und Musikverlags, der die wissenschaftlich kritische Gesamtausgabe der Opern Meyerbeers herausgibt, hat der erfahrene Meyerbeer-Experte Volker Tosta eine Neuedition von EIN FELDLAGER IN SCHLESIEN erarbeitet. Hier wird das Werk zum ersten Mal seit seiner Uraufführung wieder einem Publikum präsentiert. Es stellt sich, mit Blick auf das einstmals so unvergleichlich erfolgreiche Schaffen Giacomo Meyerbeers allgemein, aber auch auf den besonderen Fall des FELDLAGERS, wie so häufig die Frage, warum das Verschwinden über den nazistischen Rassenwahn hinaus derart billigend nach 1945 hingenommen wurde.

Für den heutigen Regisseur Jakob Peters- Messer, der bereits die Urfassung von L’AFRICAINE zur Uraufführung gebracht hat, stellt das Stück damit eine ganz besondere Herausforderung dar, weil bei der Rezeption das auf Verleumdung und Rassenwahn basierende Verschwinden von Meyerbeers Musik immer im Bewusstsein ist.

BESETZUNG
Saldorf, Hauptmann a. D. Tobias Schabel
Vielka, seine Pflegetochter Elena Gorshunova

Therese, seine Nichte Barbara Senator
Conrad, sein Pflegesohn Jussi Myllys
Tronk, Anführer einer Truppe ungarischer Reiter Martin Tzonev
Zietenscher Husar + Husar Christian Georg
Steffen, ein alter Landmann + Ein Soldat Johannes Mertes
Artillerist Miljan Milovic
Grenadier-UnteroffizieMichael Krinner, 
Maximilian Reisinger, Elia Tagliavia
Ein Soldat (S. 219 ff) Enrico Döring
Ein ungarischer Reiter Johannes Mertes
Chronist Michael Ihnow
 
Chor Chor des Theater Bonn
Extrachor Extrachor des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
 
Musikalische Leitung Dirk Kaftan, Hermes Helfricht 
Inszenierung Jakob Peters-Messer
Bühne Sebastian Hannak
Kostüme Sven Bindseil
Licht Max Karbe
Choreinstudierung Marco Medved
 
Regieassistenz und Abendspielleitung Maximilian Reisinger
Regiehospitanz Jonathan Linde
Musikalische Assistenz Hermes Helfricht
Studienleitung Pauli Jämsä
Korrepetition Igor Horvat, Pauli Jämsä, Elia Tagliavia
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Kostümassistenz Louise Buffetrille, Hannah Follert
Inspizienz Barbara Schröder
 
TERMINE
So., 13.03.2022, 18:00 Uhr – Premiere
So., 20.03.2022, 18:00 Uhr
Sa., 02.04.2022, 19:30 Uhr
Do., 07.04.2022, 19:30 Uhr
Fr., 22.04.2022, 19:30 Uhr
So., 08.05.2022, 16:00 Uhr
So., 15.05.2022, 18:00 Uhr
 

ARABELLA

Richard Strauss (1864–1949)

Lyrische Komödie in drei Aufzügen, Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

„Bitte erwägen Sie genau, ob der ganze Stoff [trotz Fiakerball!] nicht eigentlich tragisch ist.“ – So schrieb Richard Strauss an Hugo von Hofmannsthal. Aber das Tragische war bereits eingeflossen in die Zeichnung einer beklemmenden Welt: „Die Atmosphäre der ARABELLA, unserer Zeit schon sehr nahe, ist gewöhnlicher, natürlicher, ordinärer“, antwortet Hofmannsthal. „Dem ganzen zweifelhaften Milieu dieses kassierten Rittmeisters Waldner haftet etwas Ordinäres an, ein etwas ordinäres und gefährliches Wien umgibt diese

Figuren.“ Materiell und geistig bankrott scheinen diese „etwas zweifelhaften Existenzen“
zu sein, wie Arabella sich und ihre Familie beschreibt. Aber sie spielen und tricksen, sie versetzen sich selbst. Übernächtigt und atemlos spielen sie um Geld und Liebe. Arabella, umringt von werbenden Männern, visualisiert das Glück. In ihrem Spiel setzt sie alles auf den „Richtigen“. Etwas lädiert scheint er zu sein, der „Richtige“, der wie aus dem Nichts auftaucht: Eine Bärin hat ihn in ihre Arme genommen. Er hat auch schon einmal eine junge Frau gehabt, aber die lebt nicht mehr. Jetzt will er Arabella – um jeden Preis.

BESETZUNG
Graf Waldner Martin Tzonev
Matteo Martin Koch
Adelaide Susanne Blattert
Arabella Barbara Senator
Zdenka Nikola Hillebrand
Mandryka Giorgos Kanaris
Graf Elemer Santiago Sánchez
Graf Dominik Mark Morouse
Graf Lamoral Pavel Kudinov
Fiaker-Milli Julia Bauer
Kartenaufschlägerin Yannick-Muriel Noah
Jankel Patricio Arroyo-Lesuisse / Eduard Katz
Zimmerkellner Nicholas Probst / Christian Specht
Chor Chor des Theater Bonn
Statisterie Statisterie des Theater Bonn
Orchester! Beethoven Orchester Bonn

Musikalische Leitung Dirk Kaftan
Inszenierung und Bühnenbild Marco Arturo Marelli
Choreinstudierung Marco Medved

Regieassistenz und Abendspielleitung Ruben Michael
Regiehospitanz Idilsu Yaman
Musikalische AssistenzNN / Daniel Johannes Mayr
Studienleitung Pauli Jämsä

Korrepetition NN / Igor Horvat / Pauli Jämsä / Elia Tagliavia

 
BühnenbildassistenzNN
Kostümassistenz NN
Inspizienz Barbara Schröder
Leitung Statisterie Gyda Löcher
 
TERMINE
Sa, 02.10.2021, 19.30 Uhr, Premiere
Mi, 06.10.2021, 19.30 Uhr
Mi, 20.10.2021, 19.30 Uhr
So, 31.10.2021, 16.00 Uhr
Sa, 06.11.2021, 19.30 Uhr
So, 14.11.2021, 18:00 Uhr
 
 

© Thilo Beu

LEONORE 40/45

OPERA SEMISERIA IN EINEM VORSPIEL UND SIEBEN BILDERN (ZWEI AKTE) VON HEINRICH STROBEL

Rolf Liebermann (1910 –1999) – In deutscher und französischer Sprache –

1959 erlebte Rolf Liebermanns Opera semiseria ihre letzte Neuproduktion – das Oldenburger Publikum zeigte sich ähnlich uneinverstanden mit dem ‚Fraternisierungsdrama‘ zwischen einem deutschen Wehrmachtssoldaten und einer jungen Französin, wie in vorangegangenen Inszenierungen: Nachkriegsdeutschland war nicht reif für ein derartiges Stück. An der Musiksprache nämlich – Liebermann bewies, dass Dodekaphonie durchaus keine Garantie für sinnliche Sprödigkeit ist – kann es nicht gelegen haben, dass die Oper auf so weitreichendes Unverständnis stieß. War die Uraufführung im neutralen Basel 1952 noch ein veritabler und von der Presse sehr wohl betonter Publikumserfolg, „führte“, wie Ulrich Schreiber in seinem Opernführer für Fortgeschrittene schreibt, „die Semiseria in Deutschland bei allen (!) Aufführungen zu Publikumsaufständen. Statt einer Versöhnung zwischen den einstigen ,Erbfeinden‘ nahm man nur verachtenswerte Kollaboration wahr“. Erstmals seit dem letzten Skandal stellt die Oper Bonn das Werk – mit großer Zuversicht – auf den Prüfstand.

Diese Produktion wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt
übertragen.

BESETZUNG
Yvette
Barbara Senator
Germaine, ihre Mutter / Eine weißhaarige Melomanin Susanne Blattert
Albert NN / Santiago Sánchez
Hermann, sein Vater Tobias Schabel / Pavel Kudinov
Lejeune Martin Tzonev
Monsieur Emile Mark Morouse / Joachim Goltz
Eine junge Massenet-Schwärmerin / La Patronne Katrin Stösel
Ein Soldat Christian Specht
Der 1. Präsident des Tribunals Jeongmyeong Lee
Der 2. Präsident des Tribunals / Ein Gast / Ein alter Melomane / Ein gebildeter Herr Michael Krinner
La Patronne Palesa Malieloa
Ein Kellner / Ein Zeitungsverkäufer / Ein Richter Takahiro Namiki
Erster Gefangener Patricio Arroyo-Lesuisse
Zweiter Gefangener Enrico Döring
Chor Chor des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
Musikalische Leitung Daniel Johannes Mayr
Inszenierung Jürgen R. Weber
Ausstattung Hank Irwin Kittel
Licht Friedel Grass
Choreinstudierung Marco Medved
Regieassistenz und Abendspielleitung Mark Daniel Hirsch / Ruben Michael
Musikal. Assistenz und Studienleitung Pauli Jämsä
Korrepetition Igor Horvat / Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Kostümassistenz Dieter Hauber
Inspizienz Karsten Sandleben
 
TERMINE
So, 26.09.2021, 11.00 Uhr, Foyerbühne, Einführungsmatinée
So, 10.10.2021, 18.00 Uhr, Premiere
Fr, 15.10.2021, 19.30 Uhr
So, 17.10.2021, 18.00 Uhr 
Fr, 22.10.2021, 19.30 Uhr
 
 

© Thilo Beu

IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN ERB-FEINDSCHAFT UND VÖLKERFREUNDSCHAFT

EIN GESPRÄCH ÜBER BESATZER, BESETZTE UND SPÄTE STAATSBÜRGER
Die deutsch-französischen Beziehungen bewegen sich spätestens seit 1870 in einem Spannungsfeld zwischen Feindschaft und Freundschaft, die Dr. Stefan Martens insbesondere mit Blick auf die Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich (1940-44) erforscht. Er ist Mitherausgeber der Briefsammlung „Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940–1944“, in der die Geschichte der deutschen Besatzung aus den Augen der Besatzer erzählt wird – unmittelbar, über die Briefe, die deutsche Soldaten in die Heimat zu ihren Lieben schicken.

Einer dieser Soldaten hätte Albert aus Liebermanns LEONORE 40/45 sein können, der seinem Vater davon berichtet, wie er Yvette kennenlernt…

An diesem Gesprächsabend vermischen sich also Geschichte und Geschichten – der historische Kontext, in dem sich die Oper LEONORE 40/45 bewegt, wird in einem lockeren Gespräch kritisch hinterfragt und mit seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart untersucht.

Dr. Stefan Martens studierte Geschichte und Philosophie in Frankfurt am Main und in Münster/Westfalen. Nach der Promotion im Jahre 1983 bei Klaus Hildebrand zur Rolle Hermann Görings in der Außenpolitik des Dritten Reiches wurde er zunächst Mitarbeiter und später Leiter der Abteilung Zeitgeschichte am Deutschen Historischen Institut Paris. Von 2002 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2020 war er Stellvertretender Direktor des Instituts. 2015 wurde Stefan Martens für seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Forschung durch die französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, Fleur Pellerin, zum Ritter des Ordens der Künste und der Literatur ernannt.

© Thilo Beu

L'AMOUR EST PLUS FORT QUE LA HAINE, JE CROIS À L'AMOUR

LIEBE OHNE GRENZEN?

TERMIN