ASRAEL

Alberto Franchetti (1860 – 1942) – Leggenda in quattro atti
Libretto von Ferdinando Fontana

Alberto Franchetti entstammte einer überaus wohlhabenden Turiner Bankiersfamilie, die mit ihrem Vermögen dem Königreich Sardinien-Piemont zum Bau der Eisenbahn verholfen hatte. Er studierte in München bei Rheinberger und bei Draeseke in Dresden und fühlte sich extrem der deutschen (Musik-)Kultur verbunden – nicht umsonst etwa übernahm er die Präsidentschaft des Richard-Wagner-Verbandes in Bologna. Und: Um die Scheidung von seiner ersten Ehefrau zu erreichen, was im katholischen Italien nicht möglich war, kaufte er sich kurzerhand (aber vorübergehend) die Villa Moltkestraße 3 in Baden-Baden und erwarb damit quasi en passant die deutsche Staatsbürgerschaft. Er verließ das Land als geschiedener Mann.

Seine erste Oper, ASRAEL auf ein Libretto von Ferdinando Fontana (nach Thomas Moore), kam am 11. Februar 1888 in Reggio Emilia (weitestgehend auf Kosten seines Vaters) heraus, war aber so erfolgreich, dass sich sogleich Italiens größter Musikverlag, Ricordi, meldete und anbot, das Stück zu verlegen. Und ein prominenter Besucher, nämlich Giuseppe Verdi, war immens beeindruckt: Als die Stadt Genua an ihn herantrat, um ihn zu bitten, die Festoper zur Vierhundertjahrfeier der Entdeckung Amerikas durch den Genueser Columbus zu komponieren, verwies er auf den begabten jungen Mann, dessen ASRAEL soeben einen so großen Erfolg gehabt hatte.

Franchetti wurde in einem Atemzug mit seinen Generationsgenossen Puccini, Leoncavallo und Mascagni genannt und galt als ein tatsächlicher Hoffnungsträger. Ein letzter wirklicher Erfolg war die Uraufführung seiner Befreiungskriegsoper GERMANIA (mit Enrico Caruso in der Tenorpartie des gegen Napoleon kämpfenden Federico Loewe), dann begann Franchettis Stern allmählich zu sinken und sein Ruhm neben dem der Kollegen zu verblassen.

Als 1938 die Faschisten in Italien unter politischem Druck die deutschen Rassegesetze übernahmen, sah sich Alberto Franchetti gegen Ende seines Lebens als Jude in der Lage, durch die verbrecherischen Maßnahmen jenes Landes, das er geliebt hat und dem er sich kulturell so verbunden fühlte, selbst in seiner Heimat gefährdet zu sein. Seine Freunde Pietro Mascagni und Umberto Giordano, ihrerseits durchaus in der Nähe des Regimes, setzten sich bis zu seinem Tod am 4. August 1942 in Viareggio für ihn ein.

Die Aufführungen seiner Werke sind seither weltweit höchstenfalls an zwei Händen abzuzählen. ASRAEL ist nach 1945 nicht mehr aufgeführt worden.

BESETZUNG

Asrael Peter Auty
Nefta Svetlana Kasyan
Loretta Khatuna Mikaberidze
Lidoria di Brabante Tamara Gura
Il Re di Brabante/Lucifero Pavel Kudinov
 
Chor Chor des Theater Bonn
Extrachor Extrachor des Theater Bonn
Statisterie Statisterie des Theater Bonn
Orchester Beethoven Orchester Bonn
 
Musikalische Leitung Hermes Helfricht
Inszenierung Christopher Alden
Bühne Charles Edwards
Kostüme Sue Willmington
Choreografie Tim Claydon
Choreinstudierung Marco Medved
 
Regieassistenz und Abendspielleitung Alma Gentile
Studienleitung Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz Ansgar Baradoy
Inspizienz Karsten Sandleben
 

TERMINE
So., 02.10.2022, 18:00 Uhr – Premiere
So., 16.10.2022, 18:00 Uhr
Sa., 22.10.2022, 19:30 Uhr
So., 06.11.2022, 18:00 Uhr
Fr., 11.11.2022, 19:30 Uhr
So., 27.11.2022, 16:00 Uhr
Do., 08.12.2022, 19:30 Uhr
Sa., 14.01.2023, 19:30 Uhr

 
 

Datum

02. Okt 2022

Uhrzeit

18:00

Veranstaltungsort

Bonn
Am Boeselagerhof 1, 53111 Bonn

Veranstalter

Theater Bonn
Telefon
+49 228 77 8008
Website
http://www.theater-bonn.de

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