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ALL DAYS FOR FUTURE

Drei Musiktheater über Klang und Klima als Theaterfilm von Robert Lehmeier und Konrad Kästner

Bevor die Corona-Welle wie ein Tsunami über das Land fegte und alle Aufmerksamkeit
auf sich zog, standen die Aktien in Sachen Klimaschutz nicht schlecht: Konsequente
Demonstrationen der Jungen nötigten Politiker*innen weltweit zu Reaktionen,
auch wenn es häufig bei Lippenbekenntnissen oder Alibi-Maßnahmen blieb.
Durch die unfreiwillige Zäsur veranlasst stellt sich wie von selbst die Frage, die bei
Theatertexten und namentlich Musiktheaterwerken immer irgendwie mitschwingt:
Was bleibt? Was ist das Zeitlose an diesem Thema, und wo verknüpfte es sich mit
ganz Persönlichem?

Drei junge Komponist*innen aus Spanien und Deutschland haben das von Greta
Thunberg losgetretene Thema untersucht, und weder sie noch Librettist Manfred
Weiß wollten sich einer billigen Best-of-Yellow-Press-Episodenansammlung widmen,
sondern streckten die Fühler (auch) in die Vergangenheit und die Zukunft aus.
Etwa in den brasilianischen Regenwald der Siebzigerjahre, als ein gewisser Chico
Mendes für dessen Erhaltung gegen geldgierige Abholzer und Brandroder kämpfte –
und 1988 mit seinem Leben dafür bezahlte. Waldmensch heißt der erste Teil, den
Javier Vázquez Rodríguez komponierte.

Seine Kollegin Helena Cánovas i Parés widmete sich dem Mittelteil Das Mädchen, für das Greta Thunberg Pate stand. Es wird wegen seiner kategorischen Forderungen angefeindet, nimmt dann aber das Ruder in die Hand und schickt wohlhabende Menschen als Touristen dorthin, wo die Erde sichtbar unter ihren Verletzungen aufstöhnt.

Danach: Was passiert mit unserer Zivilisation, wenn die Meinungen immer ungebremster aufeinanderprallen? Eine Zukunftsvision, wie sie nur das (Musik-)Theater entwerfen kann. Nicolas Berge schrieb hierzu eine Partitur, die (wie seine Kolleg*innen) Kammerorchester, Chor
und Solisten mit Live-Elektronik verbindet und das musiktheatrale Element herausmeißelt.

Sehr zeitig haben sich Theater und Regieteam dafür entschieden, die als »live und
mittendrin«-Erlebnis geplante unkonventionelle Inszenierung im Foyer der Rudolf-
Oetker-Halle in einen Theaterfilm zu verwandeln, um einem pandemiebedingten
Ausfall kreativ entgegenwirken zu können. Die Filmregie erweitert die Theaterinszenierung,
insofern sie ganz andere Perspektiven ermöglicht und weitere Wahrnehmungsebenen
synchronisiert. Gleichwohl bleibt sie im besten Sinne dem Genre »Theaterfilm« treu, der die Faszination von thematisch aktuellem Musiktheater in
Kombination mit Neuer Musik erlebbar macht.

MUSIK: Nicolas Berge, Helena Cánovas i Parés und Javier Vázquez Rodríguez
LIBRETTO: von Manfred Weiß

Inszenierung: Robert Lehmeier
Videoregie: Konrad Kästner
Musikalische Leitung: Julian Wolf
Bühne und Kostüme: Markus Meyer
Sound: Sebastian Clobes
Kompositions-Supervisor: Brigitta Muntendorf Dramaturgie: Jón Philipp von Linden

MIT
Franziska Hösli, Charlotte de Montcassin, Caio Monteiro, Carlos Horacio Rivas,
Mãdãlina Sandu, Tom Scherer, Susanne Schieffer, Bielefelder Opernchor;
Mitgliedern der Bielefelder Philharmoniker

TERMINE
04.6.2021, 18.00 bis 24.00 Uhr STREAM-PREMIERE   
07.6.2021, 8.00 bis 24.00 Uhr
15.6.2021, 8.00 bis 24.00 Uhr
27.6.2021, 18.00 bis 24.00 Uhr

https://theater-bielefeld.de/veranstaltung/all-days-for-future.html

Datum

27. Jun 2021

Uhrzeit

18:00 - 0:00

Veranstaltungsort

Online
Online

Veranstalter

Theater Bielefeld
Telefon
+49 521 515454
Website
http://www.theater-bielefeld.de